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Besser Gießkanne statt Dürre

130 Milliarden Euro – so viel Geld will die Bundesregierung also in die Hand nehmen, um das Land nach der Corona-Krise wieder in Schwung zu bringen. Eine wahrlich beachtliche Summe, wenn man bedenkt, dass sich der gesamte Bundeshaushalt zuletzt auf ca. 350 Milliarden Euro belief und die schwarze Null seit Jahren das wichtigste Ziel der Finanzminister war. Ein Sparkurs, der sich nun womöglich auszahlt.

Doch was ist zu halten von dem großen Konjunkturpaket? Die Stimmen der Kritiker waren ja schnell und reflexartig wieder überall zu hören. Nicht präzise genug. Zu wenig für Familien. Ungerechte Verteilung. Zu geringer ökologischer Fokus. Nicht ausreichend auf die Bedürfnisse der Wirtschaft abgestimmt. Und und und. Berechtigte Kritik? Ja – in Teilen. Und aus der Perspektive einzelner sicherlich. Auch ich als Wirtschaftsförderer hätte mir hier und dort andere Schwerpunktsetzungen und präzisere Aussteuerung erhofft.

Und dennoch: Umfang und Geschwindigkeit, mit der das Paket auf den Weg gebracht wurde, sind aus meiner Sicht beachtlich und werden deutliche positive Effekte auf die Bürger und die Wirtschaft haben. Auch wenn natürlich nicht alle Partikularinteressen berücksichtigt werden konnten. Und dass nicht alles getan wird, um den Status quo wiederherzustellen und diesen zu konservieren, mag zwar auf den ersten Blick bedauerlich sein. Ist aber dennoch nachvollziehbar und richtig. Also: Ob Wumms oder nicht. Egal. Es ist ein wichtiges und starkes Signal zu einem guten Zeitpunkt.


Dirk Gerdes, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Lübeck und der KWL GmbH berichtet in seiner Kolumne "Wirtschaftslage" alle 14 Tage in den Lübecker Nachrichten über den Wirtschaftsstandort Lübeck. Feedback gerne an: kolumne@luebeck.org

Tags: Kolumne