Burak Türkyilmaz alias BreitenBerg: Der Mann, der aus Reichweite Geschäfte macht
Wer Burak Türkyilmaz nur für einen Influencer hält, greift zu kurz. Der Lübecker, im Netz besser bekannt als BreitenBerg, ist längst mehr als ein Streamer mit großer Community. Er bewegt sich zwischen digitaler Öffentlichkeit und Geschäftswelt, zwischen Entertainment, Markenkooperationen und Unternehmertum. Süßigkeiten, Saucen, Autos, Uhren, Sportevents, Burgerläden, Gaming – es gibt kaum einen Bereich, in dem sein Name nicht irgendwann auftaucht. Doch hinter dieser Vielfalt steckt kein beliebiges Durcheinander, sondern ein ziemlich klares Prinzip: Reichweite soll nicht Selbstzweck sein, sondern Hebel für neue Projekte, Partnerschaften und Beteiligungen.
Sein Weg dahin war nicht geschniegelt, sondern von Brüchen, Umwegen und Ehrgeiz geprägt. Nach dem BWL-Studium und ersten praktischen Erfahrungen bei Dräger reifte bei ihm der Entschluss, sich nicht in einem klassischen Berufsweg einzurichten, sondern etwas Eigenes aufzubauen. „Ich wollte unbedingt selbstbestimmt und und selbstständig sein und auch mal ins Risiko gehen – anstatt mich zu früh mit einem sicheren 9-to-5-Job abzufinden“, so Türkyilmaz. Erste Versuche unternahm er auf YouTube, 2018 startete er dann ernsthaft auf Twitch – mit dem klaren Ziel, zu wachsen und sich eine eigene Plattform aufzubauen.
Aus dem Streamer wurde Schritt für Schritt ein Unternehmer. Heute steht BreitenBerg nicht mehr nur für Content, sondern für ein ganzes Geflecht aus Agenturgeschäft, Beteiligungen, Kooperationen, eigenen Produkten und Events. Er bringt Menschen zusammen, entwickelt Ideen, baut Formate und versucht, möglichst viel aus einer Hand zu denken – so, dass am Ende Reichweite, Marke und Geschäft zusammenpassen. Gerade darin liegt sein eigentliches Talent: nicht bloß Aufmerksamkeit zu erzeugen, sondern daraus Strukturen zu bauen.
Sich selbst sieht er inzwischen auch nicht mehr als klassischen Influencer. Eher als jemanden, der zwischen zwei Welten vermittelt: „Ich sehe mich als Geschäftsmann in der Welt der Influencer – und als Influencer in der Geschäftswelt“, bringt es der 35- Jährige auf den Punkt. Sein Kapital sind Netzwerk, Tempo und eine Form von Authentizität, die in der Creator-Ökonomie fast wichtiger geworden ist als Hochglanz. Reichweite allein genügt ihm nicht; sie soll in echte Anteile, belastbare Partnerschaften und langfristige Geschäftsmodelle übersetzt werden.
Und die Pläne gehen weiter. In der Nähe von Lübeck schwebt ihm ein eigener Tuning-Standort vor – weniger als reiner Business-Case, mehr als Herzensprojekt. Noch größer ist allerdings die politische Ambition. Türkyilmaz ist überzeugt, dass Einfluss, Reichweite und unmittelbare Kommunikation künftig auch in der Politik eine immer größere Rolle spielen werden. Die alte politische Sprache, so seine Lesart, erreicht viele Jüngere kaum noch. „Die Zukunft der Politik wird daher sicher auch durch Influencer mitgeprägt“, ist er überzeugt. Er selbst denkt deshalb bereits auch laut über einen Schritt in dieses Feld nach – dann, wenn er wirtschaftlich unabhängig genug ist. „So in zwei Jahren – wenn ich die 100 Millionen-Umsatzschwelle erreicht habe – werde ich in die Politik gehen.“
Burak Türkyilmaz erzählt seine Geschichte deshalb nicht mehr als Influencer-Karriere. Er erzählt sie als Expansion. Vom Lübecker Streamer zum Unternehmer, vom Creator zum Netzwerker, vom Gesicht vor der Kamera zum Mann hinter Ideen, Deals und Plattformen. Die eigentliche Frage ist bei ihm längst nicht mehr, wie groß seine Reichweite noch werden kann. Sondern, was er als Nächstes daraus macht.