StartUp Akademie stärkt maritime Unternehmen: Smartboatia aus Lübeck an Bord
Das Lübecker Unternehmen Smartboatia suchte im Rahmen seiner Teilnahme am GATEWAY49-StartUp Accelerator Programm am Technikzentrum Lübeck (TZL) nach einem internationalen maritimen Netzwerk für Startups, das über nationale Grenzen hinausgeht und gezielt Zugang zu Networking, Finanzierung und unternehmerischer Weiterentwicklung bietet. Mit der neu gegründeten Maritime Startup Growth Academy im Rahmen des INTERREG Deutschland-Dänemark Projektes „Baltic Ventures Program“ findet das Unternehmen nun genau diese Plattform. Die besonderen Rahmenbedingungen und Chancen haben Smartboatia dazu bewogen, einen Teil seines Geschäfts nun auch in Dänemark, in der Nähe des maritimen Innovationsknotenpunkts BlueTech Center, anzusiedeln.
„Das ist für uns die perfekte Lösung. Ein vergleichbares Projekt kenne ich nicht“, sagt Benny Pieritz, Mitgründer von Smartboatia, über die Maritime Startup Growth Academy. Im Jahr 2025 erhielt das Projekt eine Förderung in Höhe von 2 Millionen Euro (15 Millionen dänischen Kronen) von Interreg Deutschland–Dänemark. Ziel der Förderung ist es, ein innovatives maritimes Ökosystem aufzubauen und die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dänemark nachhaltig zu stärken. Das maritime Zentrum BlueTech Center auf Fünen ist dabei als Teil der inneren Projektgruppe eingebunden.
Die neue deutsch-dänische Kooperation richtet sich insbesondere an maritime Unternehmen in Süddänemark, Ostdänemark, Bornholm, Schleswig-Holstein sowie Norddeutschland. Gleichzeitig soll sie die Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen den Regionen intensivieren. Gerade diese enge grenzüberschreitende Kooperation ist für Benny Pieritz und Smartboatia von besonderem Interesse.
Pieritz gründete Smartboatia im Jahr 2021 in Lübeck, nachdem er 2019 mit seiner Familie zu einer längeren Segelreise um die Welt aufgebrochen war. Das Unternehmen entwickelt entsprechende Hardware sowie eine App, die Seglern helfen, ihre Borddaten effizient zu nutzen als eine Art KI-gestützter Co-Pilot auf See. 2024 absolvierte Smartboatia das neunmonatige StartUp Accelerator Programm GATEWAY49 des Technikzentrum Lübeck, das als deutscher Projektpartner bei Baltic Ventures Program dabei ist. Aus eigener Erfahrung kennt Pieritz das Problem, dass die an Bord verfügbaren Daten oft nicht miteinander kommunizieren. Diese technische Frustration wurde zum Ausgangspunkt für die Gründung von Smartboatia.
Ein maritimes Startup erfolgreich zu führen, ist jedoch mit besonderen Herausforderungen verbunden. Genau hier setzt die Maritime Startup Growth Academy an und bietet gezielte Unterstützung für junge Unternehmen der Branche.
Großes Potenzial in der maritimen Industrie
Beim BlueTech Center, einem Partner des Baltic Ventures Program und zentralen Projektanker auf Südfünen, stößt der verstärkte Fokus auf grenzüberschreitende Zusammenarbeit im neuen internationalen Projekt auf große Zustimmung. Dieser Ansatz wird am BlueTech Center bereits seit mehreren Jahren aktiv verfolgt.
„Das gesamte Baltic Ventures Program ist darauf ausgerichtet, über nationale Grenzen hinweg zu denken. Wir haben erkannt, dass wir sehr gut zusammenarbeiten können und über die nötigen Kapazitäten verfügen, um grenzüberschreitende Synergien zu schaffen. Die Maritime Startup Growth Academy ist ein zentraler Bestandteil dieses Ansatzes“, erklärt Jan Askholm, Business Developer am BlueTech Center.
Ziel sei es, ein nachhaltiges Ökosystem für maritime Unternehmen aufzubauen und gleichzeitig die Grundlage für neue Unternehmensgründungen in der maritimen Branche zu schaffen, ergänzt Askholm.
Jan Askholm, ausgebildeter Schiffsoffizier und ehemaliges Mitglied der oberen Leitung der maritimen Bildungseinrichtung SIMAC, sieht zahlreiche Vorteile für Unternehmen, die an dem Programm teilnehmen. Insbesondere hebt er das bislang unterschätzte Potenzial der deutsch-dänischen Zusammenarbeit hervor: „Ich glaube, vielen dänischen Unternehmen war lange nicht bewusst, welches große Potenzial die deutsche maritime Industrie bietet – und umgekehrt.“
Neben der Maritime Startup Growth Academy ist im Rahmen des Projekts der Aufbau eines übergeordneten maritimen Ökosystems vorgesehen. Ergänzt wird dieses durch Testeinrichtungen sowie ein zentrales Datenzentrum, auf das auch die teilnehmenden Unternehmen der Akademie Zugriff erhalten sollen.
Auf diese Entwicklung blickt auch Smartboatia mit großem Interesse, wenn am 2. Februar die nächste Bewerbungsrunde startet.
„Wir planen die Eröffnung einer Niederlassung in Svendborg. Das ist für uns ein logischer Schritt, da wir Mitglied im BlueTech Center sind, das hier ansässig ist, und sich derzeit sehr viel im maritimen Umfeld der Region entwickelt“, sagt Benny Pieritz, Mitgründer von Smartboatia.
„Unser Ziel ist es, das Startup weiterzuentwickeln, unsere Verbindungen zum dänischen maritimen Ökosystem zu stärken und insbesondere Unterstützung in den Bereichen Finanzierung und Networking zu erhalten, um unser eigenes Ökosystem auszubauen.“
Genau hier setzt die Maritime Startup Growth Academy an. Bewerbungen sind ab dem 2. Februar möglich. Bis zum Abschluss des Projekts im Jahr 2028 sind mehrere Bewerbungsrunden geplant.
Fakten zum Baltic Ventures Program (BVP)
Das Baltic Ventures Program ist ein EU-INTERREG Deutschland-Dänemark Projekt, das maritime Innovation stärken sowie Wissensaustausch, Technologien und Ressourcen zwischen StartUps, kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Wissens- und Forschungseinrichtungen in Süddänemark, Ostdänemark, Bornholm, Schleswig-Holstein und bis nach Kiel, Ostholstein und Lübeck in Deutschland fördern soll.
Das übergeordnete Ziel ist die Etablierung eines integrierten Ökosystems, das maritime Innovationen vorantreibt und Synergien sowie Kooperationen in der maritimen Branche zwischen Deutschland und Dänemark schafft.
Partner des Projekts sind: BlueTech Center (Lead-Partner), Erhvervshus Fyn, UCL Erhvervsakademi und Professionshøjskole, SIMAC Svendborg International Maritime Academy, Technikzentrum Lübeck, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und Maritimes Zentrum der Hochschule Flensburg.
Interessierte Unternehmen können am 17. Februar an einer Kick-off-Veranstaltung am UCL Erhvervsakademi und Professionshøjskole in Odense teilnehmen, um mehr über die Möglichkeiten des Projekts und der Startup Growth Academy zu erfahren und ihr Netzwerk im maritimen Umfeld zu erweitern.