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Game-Changer personalisierte Ernährung – Innovationsgipfel in Lübeck

Personalisierte Ernährung: Was zunächst klingt wie der nächste marketinggetriebene Trend des hart umkämpften Health- Und Fitnessmarktes, hat in Wirklichkeit Potenzial, große Teile der Medizin und Ernährungswirtschaft zu revolutionieren. Davon ist Prof. Christian Sina, Direktor des Instituts für Ernährungsmedizin an der Universität zu Lübeck, überzeugt. „Durch die Erkenntnisse, die in den letzten Jahren gewonnen wurden, müssen wir anfangen, das Thema Gesundheit neu zu denken“, so der Professor, unter dem an der Universität vor zwei Jahren auch der Studiengang Medizinische Ernährungswissenschaft ins Leben gerufen wurde. Eine Unterteilung in gesunde und ungesunde Lebensmittel etwa, sei so pauschal nicht mehr zu treffen.

Im Mittelpunkt dieses Ansatzes steht das Individuum. „Der Stoffwechsel und die Darmflora eines jeden Menschen reagieren unterschiedlich und individuell auf verschiedene Lebensmittel. Es kann daher also sein, dass das, was für den einen gesund ist, nachteilhaft für die Gesundheit des anderen ist“, erklärt Sina. Über eine detaillierte Analyse dieser Faktoren lässt sich also Ernährung passgenau und gesundheitsfördern für jeden einzelnen optimieren.

Das ist vor allem aus medizinischer Sicht von großem Interesse. Über die Erforschung der Wechselwirkungen von Ernährung und individuellen Dispositionen, lassen sich Ursachen von Krankheiten – etwa chronischen Entzündungskrankheiten oder Tumorerkrankungen - feststellen und zukünftig über angepasste Ernährung präventiv vermeiden. „Ebenso können wir gezielte Ernährungsumstellung mittlerweile bei der Therapie selbst nutzen: Studien belegen, dass sich Krankheitsverläufe – etwa bei Tumoren – dadurch positiv beeinflussen lassen“, erklärt Prof. Sina das Potenzial von personalisierter Ernährung.

Auch für die Ernährungswirtschaft bringen diese Erkenntnisse neue Möglichkeiten und Märkte. Durch individualisierte Produkte können Verbraucher zukünftig selbst auf Basis ihrer persönlichen Analysen noch stärker auf ihre Gesundheit achten. „Gezielt Produkte zu entwickeln, die sich für gewisse Ernährungstypen, die sich klassifizieren lassen, eignen, wäre für Unternehmen sicher ein erster Schritt“, sagt Prof. Sina. So seien beispielsweise Müslis mit gewissen Zusätzen – wie etwa Fett, Eiweiß oder bestimmten Vitaminen – für verschiedene Typen denkbar.

Und dass die Analyse für personalisierte Ernährung nicht aufwendig sein muss, zeigt das Lübecker Startup Perfood. Über ein Ernährungstagebuch, einen Glucosesensor, der den Blutzuckerspiegel misst, und eine Stuhlprobe ermittelt das Unternehmen die optimale Ernährung für jedes Individuum und gibt auf dieser Basis Ernährungstipps. „Mit dem Angebot zeigt das Unternehmen, dass die Zukunft der Ernährung und Gesundheit längst begonnen hat und nicht mehr nur Fiktion ist“, sagt Sina, der wissenschaftlicher Beirat des Unternehmens ist.

Bei „Newtrition X.“, dem Innovationsgipfel für personalisierte Ernährung, der auf Einladung von foodRegio am 12. September in den Lübecker media docks stattfindet, wird es genau um all diese Themen gehen. Bei dem internationalen Branchen-Event, diskutieren Speaker und Gäste aus der ganzen Welt, über Chancen, Trends und verschiedene Facetten von personalisierter Ernährung. „Der Gipfel zeigt, dass dem Thema personalisierte Ernährung sowohl in der Ernährungswirtschaft aber auch in der Medizin die Zukunft gehört – und dass Lübeck als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort dabei eine zentrale Rolle einnimmt“, sagt Susanne Köhler von foodRegio.

Mehr Informationen zu dem Innovationsgipfel auf der Website von foodRegio unter: https://foodregio.de/de/newtritionx


Tags: Ernährungswirtschaft / Gesundheitswirtschaft / Innovation