nach oben
Suche en
 
Ihr Partner in Lübeck kompetent & vernetzt

gestigon: Vom Forschungsprojekt an der Universität in die Autos aller Welt

Sensorik – das war schon früh ein Thema von Sascha Klement. Und dass er damit eines Tages sein Geld verdienen und seine eigene Firma aufbauen würde, war von Beginn an sein Ziel. Auch der Verkauf war von den ersten Schritten an mitgedacht worden. Bei gestigon, so der junge Unternehmer, wurde vom Start an strategisch und nachhaltig gedacht – und versucht, möglichst wenig dem Zufall zu überlassen.

Alles begann 2010 über ein Forschungsprojekt zum Thema Gestensteuerung, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) gefördert wurde. „Hier war von Beginn an klar, dass die Ideen und Projekte nachhaltig in die Wirtschaft geführt werden sollte“, erinnert sich Klement, der damals nach seinem Informatikstudium an der Lübecker Universität mitten in der Promotion steckte. Das Forschungsprojekt hatte zum Ziel, über Sensoren und die dazugehörige Software Gesten von Nutzern zu erkennen, um so die Steuerung von Geräten berührungslos zu ermöglichen.

War das mögliche Einsatzgebiet am Anfang noch breiter gedacht – auch über die Verwendung im Bereich Consumer Electronic und Medizintechnologie machten sich die jungen Entwickler Gedanken – kristallisierte sich schnell heraus, dass der Fokus ihrer Entwicklungen im Bereich der Automobilbranchen liegen muss. „Dort haben wir nach reichlichen Überlegungen und Analysen für uns einfach das größte Potenzial erkannt“, so Klement.

2011 stand dann die Gründung des Unternehmens an – 2012 wurden bereits die ersten Prototypen für mögliche Anwendungsfelder entwickelt. „Wir haben ganz einfach angefangen und mit Kameras von Spielkonsolen gearbeitet“, erinnert sich der nun 38-jährige Klement. Gemeinsam mit Kunden konnten so bereist früh exemplarische Einsatzszenarien demonstriert werden – etwa mit Volkswagen auf der Messe CES in Las Vegas. Ebenso noch in 2012 hat sich Klement dann auch Moritz von Grotthuss – erst als kaufmännischen Leiter, mittlerweile neben Klement Geschäftsführer – mit an Bord geholt, um die Firma weiterzuentwickeln.

Seitdem ist gestigon hier in Lübeck permanent gewachsen. Von anfangs zwei über sieben zählen mittlerweile 44 Mitarbeiter zu dem internationalen Entwicklerteam von gestigon. „Das Team ist das Herzstück der Firma. Wir sind hier viel mehr als nur Arbeitskollegen“, sagt Klement, dem der Zusammenhalt des Teams sehr wichtig ist. 

Seit 2017 gehört die Firma gestigon, die mit der Gestensteuerung ein absolut zukunftsgerichtetes Thema besetzt, zum französischen Konzern Valeo. Als feindliche Übernahme mit hauptsächlich negativen Konsequenzen, wie es in der Presse geschrieben wurde, hat Klement, der gemeinsam mit von Grotthuss weiter als Geschäftsführer arbeitet, es aber nie betrachtet. „Wir haben den Verkauf von Beginn mit eingeplant und haben den Markt nach möglichen Käufern sondieren lassen. Letztlich haben wir uns dann für das beste Angebot entschieden.“ Schließlich sei es nur so – mithilfe großer Zulieferunternehmen wie Valeo - möglich mit den großen Automobilunternehmen dieser Welt ins Geschäft zu kommen, ergänzt Klement.

Was heute noch futuristisch klingen mag, wird schon bald Normalität in den Fahrzeugen. „Ich gehe davon aus, dass ab 2020 erste Fahrzeuge serienmäßig mit Gestensteuerung von gestigon vom Band rollen“, sagt Klement, der es wissen muss. Dann wohl zunächst, um die Unterhaltungselektronik an Bord zu steuern. Aber viele weitere Einsatzmöglichkeiten sind denkbar. So sei es zum Beispiel auch möglich, über Sensorik die genaue Position und Haltung der Insassen zu tracken und Sicherheitssysteme – etwa Airbags – im Falle eines Unfalls optimiert und individuell zu aktivieren.

„Es wird noch viel passieren in diesem Feld – wir freuen uns mit unserem Team, diesen Weg gemeinsam mit Valeo zu gehen“, sagt Klement. Man darf also gespannt sein, was bald alles aus Lübeck in den Fahrzeugen auf der ganzen Welt zu finden sein wird.

Mehr Infos zu gestigon unter: www.gestigon.com

Tags: Gründung / Innovation / Digitalisierung