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Qualität statt Quantität

Förderung für Gründer, mittelständische Unternehmen, spezielle Branchen, gezielte regionsübergreifende oder EU-weite Projekte. Kurz: Subventionen – je nach Umsetzung und Blickwinkel können sie Fluch und Segen sein. Segen für innovative Startups oder Mittelständler am Standort, die das Geld investieren und Wertschöpfung generieren. Fluch, wenn man beispielsweise das Fördergefälle betrachtet. Lübeck in Nachbarschaft zu Mecklenburg-Vorpommern spürt dies deutlich. Beim Nachbarn gibt’s mehr Subventionen bei nahezu gleicher Abgaben und Steuerlast. Öffentliche Subventionen – ob durch Land, Bund oder EU – zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ sind grundsätzlich als sinnvoll zu betrachten.

Was gut gemeint ist, ist aber nicht immer gut umgesetzt. Förderung sollte zunächst an dem Bedarf ausgerichtet sein. Die tatsächliche Vergabe hängt jedoch oft von der wirtschaftspolitischen Stimmung und der unterschiedlichen Auslegung durch die Länder ab. Teilweise komplexe Bürokratie und realitätsferne Kriterien hindern die Unternehmer oft daran, Fördermittel zu beantragen. Zur besseren Ausnutzung dieser Programme ist mittlerweile eine ganze Dienstleistungsindustrie entstanden, die sich nur um die Antragstellung kümmert. Ich stelle mir in diesem Kontext immer die Frage: Warum müssen wir Geld ausgeben, um Geld auszugeben? Eine Beteiligung der Wirtschaft an der Entwicklung moderner Förderrichtlinien muss das Ziel sein. Nur dann entsteht der gewünschte Effekt. Und davon profitieren am Ende alle Beteiligten.


Dirk Gerdes, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Lübeck und der KWL GmbH berichtet in seiner Kolumne "Wirtschaftslage" alle 14 Tage in den Lübecker Nachrichten über den Wirtschaftsstandort Lübeck. Feedback gerne an: kolumne@luebeck.org

Tags: Kolumne