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Besuchern laufen am Verkaufsoffener Sonntag am 05.10.2014 durch die  Breite Strasse in Lübeck.

Wirtschaftsförderung präsentiert Einzelhandelsmonitor 2026

Konstantes Flächenangebot, gestiegener Leerstand und Strukturwandel: Die Wirtschaftsförderung Lübeck präsentiert den Einzelhandelsmonitor 2026. Erfasst wurden die relevanten Kennzahlen zum Einzelhandel in Lübeck – wie etwa Flächen, Leerstand, Umsatz, Kaufkraft oder Zentralität. Die Werte zu den Flächen wurden zu Jahresbeginn erhoben und beziehen sich auf den Stichtag 31. Dezember 2025. Der Monitor bildet regelmäßig eine transparente Datenbasis, um die Entwicklungen im Lübecker Einzelhandel zu beobachten. Diese Informationen sind wichtiger Bestandteil bei der zukunftsfähigen Weiterentwicklung – insbesondere der Innenstadt.

Die verfügbare Einzelhandelsfläche am Standort ist bei einem leichten Rückgang insgesamt konstant: Im Jahr 2025 standen rund 531.000 m² Einzelhandelsflächen im Stadtgebiet zur Verfügung (2024: 534.000 m²). Auch in der Innenstadt ist die verfügbare Fläche konstant: Standen im Jahr 2024 97.800 m² zur Verfügung waren es im Jahr 2025 97.500 m².  Der Leerstand ist bezogen auf das gesamte Stadtgebiet gestiegen. Insgesamt standen 2025 rd. 30.500 m² Einzelhandelsflächen leer – das entspricht einer Leerstandsquote von 5,7 %. Ebenso ist der Leerstand in der Innenstadt gestiegen: Hier standen rund 20.000 m² leer (+ 2.400 m² ggü. dem Vorjahr), was einer Leerstandsquote von 20,5 % entspricht.

Die Anzahl der Ladengeschäfte im Stadtgebiet ist leicht rückläufig und liegt bei 1.181 (-17). Ebenso verhält es sich in der Innenstadt: Gab es 2024 noch 492 Ladengeschäfte, waren es im Jahr 2025 noch 489. Damit liegen rund 41 Prozent aller Einzelhandelsgeschäfte Lübecks in der Innenstadt. Sie erwirtschafteten einen Umsatz von 252,9 Mio. Euro (2024: 294,4 Mio. €) – was einem Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz von rd. 18,5 % entspricht. Bezogen auf die einzelhandelsrelevanten Hotspots der Stadt, die im Rahmen des Monitors beleuchtet werden, ist der Umsatz nur im Postleitzahlengebiet 23556 (u.a. CITTI, Rewe-Center) höher. Hier wurden 2025 280,6 Mio. Euro umgesetzt. Auf dem gesamten Stadtgebiet betrug der Umsatz im Einzelhandel rd. 1,4 Mrd. Euro und ist damit im Vergleich zum Vorjahr rückläufig (-182 Mio. €).

Die höchste Flächenproduktivität weist Travemünde mit 4.403 Euro pro m² aus (vgl. Innenstadt: 2.774 €/m²).  Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Einzelhandel lag 2025 im Mittel in Lübeck bei 7.870 und ist somit im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant (ca. - 1%).

„Der Einzelhandelsstandort Lübeck ist nach wie vor attraktiv und weist vergleichsweise gute Werte bei den relevanten Kennzahlen auf“, sagt Stefan Krappa, Projektleiter Innenstadtentwicklung bei der Wirtschaftsförderung Lübeck. Dies sei auch mit Blick auf die Vergleichsstädte, die im Monitor beleuchtet werden, zu beobachten.  „Es ist aber auch zu beobachten, dass sich relevante Kennzahlen wie etwa Leerstand und Umsätze negativ entwickeln“, so Krappa. Dies sei auf unterschiedliche Faktoren zurückzuführen. Bezüglich des Leerstands seien es vor allem die großflächigen Immobilien wie das Karstadt-Haus A, das Karstadtsport-Haus oder Ex-Esprit/S.Oliver, die sich nach wie vor noch negativ auf die Statistik auswirken. Der allgemein zu beobachtende Umsatzrückgang sei vor allem auf die wirtschaftliche Situation in Deutschland zurückzuführen. „Lübeck vollzieht hier keine isolierte Entwicklung, sondern ist von der gesamtwirtschaftlichen negativen Entwicklung im Einzelhandel mitbetroffen“, so Krappa. Der Handelsverband Deutschland verweist aktuell darauf, dass die schlechte Konsumstimmung und ihre Folgen auf dem Niveau des zweiten Corona-Lockdowns lägen. Einflussfaktoren seien unter anderem hohe Energiepreise sowie die Inflation. Der Umsatz mit Nicht-Lebensmittel schrumpfte um 4,8 Prozent, im Internet- und Versandhandel sogar um 5,6 Prozent.

Insgesamt setze sich der seit einigen Jahren beobachtbare Strukturwandel der Innenstadt aber weiter fort, so Krappa. Dies sei insbesondere durch die Umnutzung ehemaliger Einzelhandelsflächen zu etwa Gastronomie oder Wohnflächen zu beobachten. Um diesen Strukturwandel weiterhin proaktiv zu begleiten und zu gestalten hat die Stadt anknüpfend an das Projekt ÜBERGANGSWEISE gemeinsam mit LTM und Wirtschaftsförderung nun den „Aktionsplan für die Lübecker Innenstadt“ auf den Weg gebracht. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Detailliertere Informationen zur Entwicklung des Einzelhandelsstandorts finden Sie im Einzelhandelsmonitor, der unter folgendem Link heruntergeladen werden kann: www.luebeck.org/downloads

14.09.2026