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Lübeck: Zentrum für künstliche Intelligenz

Rund 30 Millionen Euro – so viel Geld ist in den vergangenen Jahren von Bund und Land in KI-Projekte in Lübeck geflossen. Ein immenser Betrag, der die Bedeutung der Hansestadt bei diesem relevanten Zukunftsthema deutlich macht. Jemand der diese Entwicklung von Beginn an verfolgt und bei vielen dieser Projekte auch aktiv mit eingebunden ist, ist Prof. Stefan Fischer. Der Informatiker ist Direktor des Instituts für Telematik und Vizepräsident für Transfer und Digitalisierung an der Universität.

„Startpunkt für diese Entwicklungen war die Veröffentlichung der KI-Strategie der Bundesregierung im Jahr 2018“, erinnert sich Fischer. Von da an habe das Thema zunehmend an Bedeutung gewonnen – zahlreiche Projekte wurden in Lübeck auf den Weg gebracht. „Vor allem wurde aber auch in die Infrastruktur und in die Vernetzung der Akteure am Standort investiert“, sagt Fischer. Eben diese Bündelung der Kräfte und Kompetenzen sei es auch, die Lübeck im Bereich KI so stark mache. „Es sind ja nicht nur die Lübecker Hochschulen, die hier eine zentrale Rolle spielen“, so Fischer. Es seien ebenso Forschungseinrichtungen wie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), Fraunhofer, städtische Gesellschaften, die Stadt selbst, das Land, Netzwerke und vor allem auch die Unternehmen – wie etwa die Mach AG, Dräger oder Euroimmun – die sich an unterschiedlichen Projekten beteiligen.

Schwerpunkte der Aktivitäten liegen in Lübeck vor allem in den Bereichen Medizin und Gesundheit sowie im Bereich E-Government. Keimzelle für die Digitalisierung der Verwaltung ist das Joint Innovation Lab (JIL) – hier wird in verschiedenen Projekten mit konkretem Handlungsbezug an der Zukunft der öffentlichen Verwaltung geforscht und gearbeitet. Dabei geht es auch um das Thema Smart City – also dem Einsatz von Technologien, die das Leben und Arbeiten in der Stadt besonders angenehm, umweltfreundlich und effizient machen. Hier haben sich die Partner im Energiecluster Digitales Lübeck e.V. zu Abstimmu7ng und Vernetzung zusammengeschlossen.

Im Bereich Gesundheit stellt Fischer vor allem zwei Projekte heraus. „Es gibt wirklich sehr viele vielversprechende Ansätze und Forschungsaktivitäten in den unterschiedlichen Bereichen. Aus meiner Sicht sind derzeit die Projekte KI-SIGS und das KI-Med-Ökosystem zentral“, so Fischer. Während sich das Flagschiff-Projekt KI-SIGS dem Aufbau eines „KI-Space für intelligente Gesundheitssysteme“ in Kollaboration von norddeutschen KI-Instituten in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein zusammen mit medizintechnischen Unternehmen und Partnern der Universitätskliniken widmet, steht bei dem KI-Med-Ökosystem der Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Anwendung im Mittelpunkt. „Künstliche Intelligenz wird Medizin, Medizintechnik und das Gesundheitswesen ohne Zweifel radikal verändern. Die Region Lübeck, für die dies zentrale Branchen sind, muss hier ganz vorne mit dabei sein, um ihren Wohlstand zu erhalten. Die Universität ist bereit, eine der großen Treiberinnen des Wandels zu sein und mit den anderen Partnern der wissenschaftlich-wirtschaftlichen Wertschöpfungskette intensiv am Aufbau des KI-Med-Ökosystems zu arbeiten“, so Fischer. Zentrale Aufgabe sei es demnach nun auch, die Vernetzung und Kooperation mit den Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Lübeck und der Region zu intensivieren. So werden echte Mehrwerte geschaffen, von denen am Ende alle profitieren.

Erfolgreich sind die Aktivitäten in Lübeck, so Fischer, weil es neben der großen Expertise auch eine enge und lösungsorientierte Zusammenarbeit der verschiedenen Akteur:innen gibt. Hier spiele auch der Hanse Innovation Campus eine zentrale Rolle, der die Interessen der verschiedenen Einrichtungen bündelt und koordiniert. Wer mehr über die Aktivitäten oder mögliche Kooperationen erfahren will, kann auch jederzeit direkt Kontakt zum Hanse Innovation Campus aufnehmen – von dort werden alle Anfragen an die passenden Ansprechpartner:innen vermittelt: www.hic-luebeck.de

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23.05.2022